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Videospiele werden nicht nur übersetzt, das heißt von einer Sprache in eine andere übertragen, sondern an das Zielpublikum und dessen Kultur angepasst. Diesen Vorgang nennt man „Lokalisierung“. Er erfordert viel Sprachwissen, kulturelle Kompetenzen und Vertrautheit mit Popkultur.
Die Lokalisierung von Videospielen umfasst verschiedenste Texte – sowohl im Spiel als auch außerhalb in Form von Begleittexten. Texte im Spiel sind zum Beispiel Dialoge, Beschreibungen und Systemtexte. Zu den Begleittexten gehören unter anderem Rechtstexte und Marketingmaterial.
Als Lokalisierungsprofis benötigen wir entsprechend vielfältige Kenntnisse. Diese reichen vom technischen und kreativen Schreiben bis hin zu klassischen Disziplinen der audiovisuellen Übersetzung wie Untertitelung. Die meisten von uns arbeiten freiberuflich für Lokalisierungsagenturen oder auch direkt für Spieleentwickler*innen beziehungsweise Publisher.
Schon gewusst? Ein Großteil der Videospiele wird auf Englisch entwickelt. Spiele mit anderen Ursprungssprachen werden oft zuerst ins Englische übersetzt und alle anderen Übersetzungen anschließend über diese Brückensprache angefertigt.
Schön wär’s. Übersetzer*innen in der Videospiel-Lokalisierung bekommen nur selten das gesamte Videospiel zu Gesicht, weil die Lokalisierung mitten im Entwicklungsprozess stattfindet. In der Regel arbeiten wir ausschließlich an den Textdateien.
Die Entwickler*innen exportieren die Texte aus ihrer Arbeitsversion des Videospiels und wir bearbeiten sie dann meist in einem Übersetzungsprogramm (CAT-Tool), das Ausgangstext und Übersetzung nebeneinander anzeigt. Kontextinformationen können ebenfalls importiert werden. Außerdem bieten diese Programme gute Verwaltungsmöglichkeiten für die spieleigenen Begriffe in Glossaren und Übersetzungsdatenbanken. Das ist unverzichtbar, um bei größeren Teams für Einheitlichkeit zu sorgen.
Manchmal gibt es auch noch weitere hilfreiche Materialien wie einen Styleguide, Infos zu Charakteren, Mechaniken und Handlung oder Zwischensequenzen in Form von Videos. Sollten während der Lokalisierung weitere Fragen zum Kontext aufkommen, können wir diese üblicherweise den Entwickler*innen stellen.
Die Themen im Videospielbereich sind so vielfältig wie die Videospiele selbst, was die Übersetzungstätigkeit sehr abwechslungsreich macht. So kann es z. B. vorkommen, dass man als Lokalisierer*in innerhalb einer Woche an einem digitalen Kartenspiel, einem Angelsimulator und der Fortsetzung eines großen Ego-Shooters arbeitet. Das kann viel Recherche erfordern, ob für Spielregeln, Fischarten oder Terminologie der Vorgängerspiele.
Wenn die Übersetzung fertig ist, geht es weiter zur Revision. Bei der Videospiel-Lokalisierung wird in der Regel nicht zwischen reinem Korrektorat und Lektorat unterschieden. Sprachliche Fehler und stilistische Verbesserungen werden stattdessen in einem Arbeitsschritt von ein- und derselben Person bearbeitet.
Sind die Texte übersetzt und lektoriert, wandern sie zurück zu den Entwickler*innen für die Implementierung im Spiel – und/oder ins Synchronstudio, falls Audioaufnahmen gemacht werden.
Der letzte Arbeitsschritt einer Videospiel-Lokalisierung ist die sprachliche Qualitätssicherung (LQA). In dieser Phase werden die Spiele mit den eingebauten Übersetzungen gesichtet. Vor allem aus dem Bild laufende oder abgeschnittene Texte, aber auch aus Mangel an Kontext fehlübersetzte Elemente sollen in diesem Schritt korrigiert werden.
Wie alle anderen, die an einem Spiel mitgewirkt haben, werden auch Videospiel-Lokalisierer*innen idealerweise in den Videospielcredits aufgeführt. Leider ist das aktuell nicht immer der Fall, obwohl Lokalisierer*innen auf die Nennung in Credits angewiesen sind, um sich ein Portfolio aufzubauen und so weitere Aufträge zu erhalten. Im AVÜ setzen wir uns dementsprechend für #TranslatorsInTheCredits ein.